Bannungstechniken: drei praktische Beispiele

In diesem Artikel geben wir drei Beispiele für einfache, effektive Bannungsrituale. Bei all diesen Ritualen ist wichtig zu beachten, dass es nicht einfach nur darum geht einer Anleitung stur und emotionslos zu folgen. Vielmehr braucht eine gute Bannung vor allem einen Effekt, sowohl energetisch als auch im Bewusstsein des Magiers. (mehr dazu kannst Du hier nachlesen: https://xiqualblog.wordpress.com/2013/09/22/am-anfang-war-die-bannung/)

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IAO:

Eine kurze, sehr effektive Bannung. Nicht schwer auswendig zu lernen und daher gerade für Anfänger gut geeignet, die mit komplizierten Abläufen überfordert sind. Weil diese Bannung insgesamt etwa eine Minute dauert, kann man sie so gut wie immer und überall einsetzen. Es braucht allerdings einiges an Training, um in dieser kurzen Zeit einen starken Effekt zu erzielen. Das IAO ist eine der am häufigsten verwendeten Bannungen in der Chaosmagie.

ABLAUF:

nach Osten schauen

tief einatmen, Arme nach oben heben, eine senkrechte, unendliche Lichtsäule visualisieren, die durch Deinen Körper verläuft, ein hohes „I“ einen Atemzug lang intonieren

tief einatmen, Arme rechts und links ausstrecken, eine horizontale, unendliche Lichtsäule visualisieren, die durch Deinen Körper verläuft, ein mittleres „A“ einen Atemzug lang intonieren

tief einatmen, mit den Händen ein „O“ oder einen Kreis im Schoß formen, eine Energiekugel um Dich herum visualisieren, ein tiefes „O“ einen Atemzug lang intonieren

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GPR (Gnostisches Pentagramm Ritual):

Das GPR ist dem IAO ähnlich, hat aber mehr Elemente und magische Symbole. Der Vorteil ist, dass man mehr Zeit hat, um den Bannungseffekt zu verstärken. Der Nachteil ist, dass das Ritual langatmiger und weniger alltagstauglich als das IAO ist. Es eignet sich besonders für feierliche Zeremonien mit großen Gruppen. Synchrone Bewegungen und Gesänge mit vielen Magiern haben einen starken energetischen Effekt.

ABLAUF:

nach Osten schauen

tief einatmen und jeweils einen Atemzug lang intonieren: „I“ (Konzentration auf den Kopf) „E“ (Konzentration auf den Hals) „A“ (Konzentration auf die Brust) „O“ (Konzentration auf den Bauch) „U“ (Konzentration auf den Schoß und die Beine)

tief einatmen und die Vokalabfolge in umgekehrter Reihenfolge (U, O, A, E, I) erneut intonieren.

Ein Pentagramm mit der Hand in die Luft zeichnen und aufladen, dabei „IEAOU“ in einem einzigen Atemzug intonieren, dann in das Pentagramm stechen und eine Vierteldrehung nach links machen. Diesen Schritt drei Mal wiederholen, bis Du wieder im Osten stehst.

tief einatmen und die anfänglichen Vokalabfolgen erneut intonieren, also I, E, A, O, U, dann U, O, A, E, I.

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HAMMERBANNUNG

Anders als beim IAO und beim GPR wird hier nicht mit Vokalen und universellen magischen Symbolen gearbeitet, sondern mit einem sehr konkreten Paradigma und einer altertümlichen Sprache. Wir befinden uns im alten nordischen Glauben. Unter den nordischen Göttern gab es einen Beschützer der Menschen, „Thor“, der einen Hammer trug. Er war die mächtigste Waffe gegen die Riesen. Diese Mythologie wird in der Hammerbannung benutzt. Dadurch wird vor allem der Schutzaspekt von Bannungen stark betont.

nach Norden schauen

das Hammersymbol (siehe Abbildung weiter unten) mit dem Finger auf Solarplexushöhe an die Wand ziehen und dabei intonieren: „Ha-marr“

dann das Symbol energetisch laden und dabei sprechen: „Hamarr î Nordhri helga vé thetta ok hald vördh!“

(Hammer im Norden, weihe diese heilige Stätte und halte Wacht!)

nach Osten schauen

das Hammersymbol auf Solarplexushöhe an die Wand ziehen und dabei intonieren: „Ha-marr“

dann das Symbol energetisch laden und dabei sprechen: „Hamarr î Austri helga vé thetta ok hald vördh!“

(Hammer im Osten, weihe diese heilige Stätte und halte Wacht!)

nach Süden schauen

das Hammersymbol auf Solarplexushöhe an die Wand ziehen und dabei intonieren: „Ha-marr“

dann das Symbol energetisch laden und dabei sprechen: „Hamarr î Sudhri helga vé thetta ok hald vördh!“

(Hammer im Süden, weihe diese heilige Städte und halte Wacht!)

nach Westen schauen

das Hammersymbol auf Solarplexushöhe an die Wand ziehen und dabei intonieren: „Ha-marr“

dann das Symbol energetisch laden und dabei sprechen: „Hamarr î Vestri helga vé thetta ok hald vördh!“

(Hammer im Westen, weihe diese heilige Städte und halte Wacht!)

nach Norden schauen

das Hammersymbol über dem Kopf an die Decke ziehen und dabei intonieren: „Ha-marr“

dann das Symbol energetisch laden und dabei sprechen: „Hamarr yfir mér helga vé thetta ok hald vördh!“

(Hammer über mir, weihe diese heilige Städte und halte Wacht!)

das Hammersymbol auf den Boden ziehen und dabei intonieren: „Ha-marr“

dann das Symbol energetisch laden und dabei sprechen: „Hamarr undir mér helga vé thetta ok hald vördh!“

(Hammer unter mir, weihe diese heilige Städte und halte Wacht!)

das Hammersymbol  auf dem Solarplexus ziehen, dabei intonieren „Ha-marr“,

dabei sprechen: „Hamarr î mér helga vé thetta ok hald vördh!“

(Hammer in mir, weihe diese heilige Städte und halte Wacht!)

Zum Abschluss sprechen: „Um mik ok î mér Ásgardhr ok Midhgardhr!“

(Um mich und in mir Asgard und Midgard!)

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Das Hammersymbol:

Hammer

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Am Anfang war die Bannung

Wer kennt das nicht? Man stolpert über die allerneueste Meditationstechnik, findet eine spannende Anleitung für einen Liebeszauber oder bekommt durch Zufall ein uraltes, geheimnisvolles Grimoire in die Hände und beginnt die ersten Schritte auf dem Weg der Magie. Voller Neugier, hochmotiviert, vielleicht sogar etwas übermütig. Klar, wir alle wollen hoch hinaus, wollen die Welt verbessern oder zumindest das eigene Leben, Verantwortung übernehmen, mit Wesenheiten kommunizieren und andere Dimensionen des Daseins erleben.

Aber wie immer alles der Reihe nach…

Nachdem ihr bereits einen kleinen Einblick in unseren magischen Alltag, von Voodoo über Invokationen bis hin zum Erschaffen magischer Werkzeuge, bekommen habt, wird sich dieser Artikel um eine für uns besonders wichtige magische Technik drehen: Die Bannung.

Bannungen können von ein paar Sekunden bis hin zu mehreren Stunden dauern, sie können auffälliges Theater beinhalten oder so klein und leise sein wie ein Augenzwinkern. Für viele Anfänger sehen sie auf den ersten Blick aus wie kleine, unwichtige Details. Aber was genau macht man eigentlich damit? Bloß ein formelles Eröffnen von Ritualen?

Stell Dir vor Du machst ein Ritual und es gerät auf einmal alles außer Kontrolle. Was tust Du? Wie verhältst Du Dich, wenn Du akut von bestimmten Energien angegriffen wirst? Was machst Du im Falle einer Verfluchung? Was wenn jemand von einem Dämon besessen ist? Oder wenn es irgendwo spukt? Wie synchronisierst Du viele Menschen in einem Gruppenritual energetisch aufeinander? Wie wechselst Du möglichst einfach von Deinem alltäglichen in Dein magisches Bewusstsein? Auf all diese Fragen ist die Antwort eines erfahrenen Magiers für gewöhnlich die selbe: „Ich banne.“ Dennoch wird in der gängigen Fachliteratur nur äußerst selten darauf eingegangen, was genau eine Bannung eigentlich ist und wie sie funktioniert. Viele Neulinge überlesen dieses Kapitel ihrer magischen Ausbildung gern, weil sie es entweder für unwichtig halten oder es nicht richtig verstehen.

Dieser Artikel soll dazu dienen, einen groben Überblick über die einzelnen Aspekte einer Bannung zu geben.

BEWUSSTSEINSWECHSEL

Unabhängig der verwendeten Technik und des konkreten Ziels des jeweiligen Rituals, zieht der Magier beim Bannen für gewöhnlich eine Grenze zwischen der „Alltagsrealität“ und der magischen Welt. Er reinigt sich und den Tempel von Fremdenergien und den Belastungen des Alltags, erdet überschüssige Energien, zentriert sowohl seinen Willen als auch seine magischen Kräfte und richtet seine Aufmerksamkeit vollständig auf die vor ihm liegende Aufgabe.

Dies gilt umgekehrt natürlich genauso, wenn man sich nach dem Zaubern wieder bewusst um den Haushalt oder seine Freizeitgestaltung kümmern will.

Das klingt nicht nur sinnvoll, sondern ist heute wichtiger denn je. Denn wer kennt es in unserer modernen Welt nicht, nach einem stressigen Tag zu Hause anzukommen und, ob der überbordenden Sinneseindrücke und Ablenkungsmöglichkeiten, einfach nicht abschalten zu können? Die einfachste Meditation scheitert ebenso wie der motivierteste Versuch Energie aufzubauen, wenn sich die Gedanken im Kopf einfach immer weiter um die süße Nachbarin, den langweiligen Job oder gar hochtrabende Weltpolitik drehen. Und dann klingelt auch noch das Handy…

Es macht also Sinn, das Bewusstsein zu Beginn des Rituals allein auf den magischen Akt zu konzentrieren und nach dem Ritual bewusst damit abzuschließen. So baust Du Dir einen Rahmen, bei dem Du ganz klar absteckt wann Du zaubert und wann Du Deinen Gedanken wieder freien Lauf lässt. Allein die Angewohnheit Deine Rituale und Ruhemomente regelmäßig mit einer Bannung zu eröffnen und abzuschließen, erzeugt mit der Zeit großartige Effekte.

Genauso wie unser Körper darauf programmiert ist jeden Abend im selben Bett einzuschlafen, erinnert sich unser (Unter-)Bewusstsein an oft wiederholte Tätigkeiten und beginnt diese zu automatisieren. Je öfter der Magier also eine bestimmte Handlung setzt, desto leichter wird sie mit der Zeit gelingen und desto stärker wird ihre Wirkung. Man nennt diesen Vorgang „Ankern“.

Nicht selten haben wir erlebt, dass z.B. das bewusste Anziehen der magischen Kleidung bereits ganz alleine einen Trancezustand induzieren und die Energiekanäle öffnen kann.

Auf ein derart mächtiges Werkzeug sollte man unserer Meinung nach daher nicht leichtfertig verzichten.

EXORZISMUS

Ein anderer, eigentlich noch wichtigerer Aspekt der Bannung ist das tatsächliche (Ver-)Bannen, das Entfernen von bestimmten Energien aus einem Körper, Objekt oder Tempelraum. Es ist ein Schutz vor allem Störenden/Schädlichen. Dies wird auch häufig als Exorzismus bezeichnet.

Das Ziel ist hierbei weniger die Konzentration des magischen Willens oder die bewusste Vorbereitung für eine bestimmte Arbeit, sondern eine gezielte energetische Reinigung von störenden Einflüssen, um einen optimalen Zustand wieder herzustellen.

Wer will schon ständig einen Feuerelementar in seinem Haus herum schweben haben, aus einer Invokation nicht mehr herauskommen oder schlicht keine Ruhe finden, wenn man einfach nur plant ein nettes Buch zu lesen und von irgendwas abgelenkt wird? Dir als verantwortungsvollem Magier sollte immer eines klar sein: Egal wie aussichtslos und Angst einflößend die Herausforderungen, egal wie groß oder chaotisch die Energien um Dich herum, Du solltest immer in der Lage sein zu bannen um wieder Herrscher der Situation zu werden.
Es ist sehr, sehr unweise etwas herbei zu rufen, das Du nicht wieder weg schicken kannst. Wenn Du mit einem Ritual etwas manifestieren willst, solltest Du die gerufenen Kräfte kommandieren, nicht umgekehrt. Würden diese Kräfte vollkommen unkontrolliert das tun was sie wollen, wäre der Verlauf des Rituals unberechenbar und damit gefährlich.

Selbst wenn Du es in einer entsprechenden Situation einmal nicht schaffst zu bannen, solltest Du es zumindest versucht haben. Denn wenn gar nichts mehr hilft, hilft meistens eine Bannung. Und wie bereits gesagt: Je öfter Du trainierst, desto besser und selbstsicherer wirst Du. Bannungsrituale zu üben, mit denen man seine Macht unterstreicht, einen Schutzwall errichtet und alle störenden Einflüsse beseitigt erhöht die Wahrscheinlichkeit, Herr einer Situation werden zu können, wenn es darauf ankommt.

Wenn Du 2-3 unterschiedliche Bannungen wie aus der Pistole geschossen anwenden kannst, und Du Dir deren Wichtigkeit immer wieder vor Augen führst, dann werden Dir im Leben kaum noch Dinge begegnen die in der Lage sind Dich vollkommen zu überwältigen. Es wird in Dir immer ein Funke existieren, der Dir Erdung, Widerstandskraft und Selbstbestimmung gibt.

Diese Fähigkeiten der Selbstbeherrschung stellen unserer Erfahrung nach sogar einen der wichtigsten Eckpfeiler auf dem Weg zur persönlichen Illumination dar.

SYNCHRONISIEREN

Zu guter Letzt dient das Bannen auch dazu, völlig unterschiedliche Personen besser als Einheit auftreten zu lassen.

Genauso wie Sportmannschaften vor wichtigen Spielen ihre eigenen Gruppenrituale zelebrieren (man denke an das Absingen der Nationalhymne beim Fußball, oder die berühmten Haka-Tänze des neuseeländischen Rugby-Teams), können sich Menschen durch gemeinsame Bannungsrituale aufeinander energetisch einschwingen und einen gemeinsamen Startpunkt finden.
Wer einmal mit 50 und mehr Magiern in einem Tempel gestanden ist, weiß sowohl um die dringende Notwendigkeit als auch das gigantische Potential eines derart gebündelten Gruppengeistes. Vor allem ist man dankbar, wenn es sozusagen ein gemeinsames energetisches Startsignal gibt.

Es kann nicht deutlich genug betont werden, wie wichtig Bannungsrituale für die magische Praxis sind. Wer damit beginnt ein so mächtiges Werkzeug wie Magie zu erlernen sollte darauf achten, dass er dieses Werkzeug einigermaßen im Griff hat, bevor er beginnt es wirklich zu benutzen. Wenn Du in einem Atom-Uboot sitzt, drückst Du ja auch nicht einfach so auf irgendwelche Knöpfe wenn Du nicht weißt wie man die Raketen wieder deaktiviert. 😉

In unserem nächsten Artikel werden wir Dir zeigen, wie genau Bannungen funktionieren und hierfür einige einfache und sehr effektive Bannungsrituale aus unserem magischen Alltag vorstellen.

Bis dahin alles Gute,

– Bär und Fuchs

Update: Wohnungszauber

Wir melden uns nach nur zwei Wochen mit guten Neuigkeiten zurück: Wir packen die Umzugskartons!

Nachdem die Würfel gefallen waren (LINK) und wir nach dem Zauber zur Unterstützung unserer Wohnungssuche guter Dinge waren, haben wir innerhalb einer Woche eine Wohnung besichtigt. Wenige Tage später haben wir gleich den Vertrag unterschrieben. Damit haben wir uns gegen viele Konkurrenten durchgesetzt, die diese Wohnung aus verständlichen Gründen auch gern gehabt hätten:  93m2 für den Preis von 70m2, Echtholz-Parkett, riesige Küche ohne Ablöse, hell und sehr gut gepflegt, Fußbodenheizung im Bad… kurz gesagt: Der Zauber hat erstaunlich gut funktioniert, viel besser noch als wir dachten. Gleich die erste Wohnung die wir uns anschauen gefällt uns so gut, dass wir nach dem Vertrag fragen und wenige Tage später haben wir die Bestätigung.

Daher unsere Empfehlung an alle Wohnungssuchenden: Zaubern hilft. 😉

Liebe Grüße und bis bald (der Artikel über Bannungen ist in Arbeit),

– Bär und Fuchs

Die Würfel sind gefallen

Wie versprochen gibt es hier nun unseren Erfahrungsbericht einer Invokation. Zuvor möchten wir uns aber noch kurz einer letzten Frage im Detail widmen.

Was genau kann ich denn nun eigentlich alles invozieren?

Tatsächlich alles.

Solange eine entsprechende Energie vorhanden ist die Dein Bewusstsein in eine bestimmte Richtung verändern kann, ist eine Besessenheit durch diese Energie möglich. Es kommt nur darauf an, einen Zugang zu finden. Das muss nicht immer Sinn machen. Es muss nur funktionieren.

Du hast Bock auf eine klassische Dämoneninvokation aus der Goetia, oder die Engel der Kabbala? Kein Problem. – Oder wie wäre es mit dem Präsidenten eines bestimmten Landes, dem Trainer des Lieblingsvereins? Lässt sich alles einrichten. – Gerade nervös und schlecht drauf vor einem wichtigen Businessmeeting? Auch die passende Emotion lässt sich, mit ein wenig Übung, herbeirufen.
Und für diejenigen die eine besondere Herausforderung wünschen, wäre Patrick Star aus der Zeichentrickserie „Spongebob Schwammkopf“ sicherlich ein ausgesprochen interessantes Erlebnis. Ist man offen genug, kann man sogar einen roten Ball mit grünem Hut invozieren, auch wenn uns grad keine passende Verwendungsmöglichkeit dafür einfällt. Aber vielleicht Dir?

Es ist dabei nicht wichtig, ob, wie und wo eine Wesenheit nun genau existiert. Wer weiß schon, ob sich römische Götter tatächlich seit Millionen von Jahren in den Astralwelten besaufen? Vielleicht wurden sie erst durch die jahrhundertelange Verehrung und Opfergaben mittels Gedankenkraft zum Leben erweckt? Oder existieren sie gar nur in unserer Vorstellung? Fragt man Kinder, sind Christkind und Weihnachtsmann zumindest deutlich realer als irgendein verstaubter Djinn vom anderen Ende der Welt.
Der Punkt ist: Es ist egal, ob diese Wesen nur in unseren Gedanken existieren oder ob sie „echt“ sind. Es funktioniert. Und darauf kommt es an.

Und mit genau diesem Ansatz gehen wir an unsere praktischen Arbeiten. Elendig lange Abhandlungen zu theoretischen Konzepten überlassen wir lieber Anderen.

Die Qual der Wahl

Wie im letzten Beitrag erwähnt läuft die klassische Wohnungssuche für uns bisher eher ernüchternd, während die Zeit mehr und mehr drängt. Die Intention des Rituals ergab sich somit von selbst: „Schnell eine geeignete, günstige und gut gelegene Wohnung finden.“

Jetzt fehlte noch ein Weg, um das Ziel zu erreichen. In Anbetracht der dringlichen Lage wollten wir diesmal auf allzu große Experimente verzichten und wählten einen bewährten Weg. Mit magisch geladenen Artefakten gab es bisher immer gute Erfolge. Ein unauffälliger „Glücksbringer“ für gute Geschäfte und Vertragsverhandlungen, sowie als Schutz vor schmierigen Verkaufstricks schien uns daher am geeignetsten.

Wir haben uns also für eine Gottheit entschieden, die u.a. für klare Kommunikation, Schnelligkeit, guten Handel und Diebeskunst/Trickserei steht: Hermes (http://de.wikipedia.org/wiki/Hermes), einer der 12 Olympischen Götter aus dem griechischen Pantheon.

Ein klarer Wille, die passende Gottheit und ein kleiner Stein, der zu einem Talisman geweiht werden würde – Das Grundgerüst für unsere Invokation war innerhalb von nur 15 Minuten zusammengestellt.

Hermetische Erfahrungen

Willenssatz: „Es ist unser Wille, mit Hermes Hilfe diesen Stein zu laden!“

Für die Anrufung selbst wurde eine kurze Formel aus dem Ourano-Barbarischen (Link zum online-Wörterbuch: http://chaosmagick.org/barbdict/) kreiert, die im Anschluss an den Willenssatz von Fuchs gesungen und zusätzlich auf Bär energetisch projiziert wurde:

XIQUAL THOGUT DINTHOQAF CHO BÄR – (Manifestiere Hermeskraft in Bär!)

Als begleitende Ritualmusik wurde laute, treibende Techno-Musik gewählt. Einerseits für den Geschwindigkeitsaspekt von Hermes, andererseits weil Bär mittels wilder Schütteltrance besonders gut invoziert.

Und exakt das ist passiert: Innerhalb von 10 Sekunden waren die ersten hektischen Energieschübe da. Am Boden herumtrommeln, wildes Klatschen, unruhiges Gestampfe – ein Gefühl als wäre man ein Rennpferd auf Aufputschmitteln, wenige Sekunden vorm Start. Ein verschmitztes, lausbubenartiges Grinsen voller Vorfreude, das dann in heftigen Lachkrämpfen gipfelte. Hermes konnte es kaum erwarten den zu ladenden Stein endlich in die Finger zu bekommen und seinen Schabernack damit zu treiben. Als es dann endlich losging schien Hermes bereits genau zu wissen, worum es geht. Erklärungen von Fuchs waren nebensächlich und sogar nervend. Er griff hastig nach dem Stein und fing an ihn zu laden. Wildes Schütteln, unverständliches Flüstern, Handbewegungen als würde er eine Suppe mit viel zu viel Pfeffer würzen und noch mehr Gekicher. Das ging eine ganze Weile so, bis er den Stein dann einfach schallend lachend durchs Zimmer warf um den Ladevorgang zu beenden.

Die zur Verfügung gestellten Opfergaben, sowie allzu konservatives Zeremoniell, belustigten ihn schließlich noch um einiges mehr. Äpfel wurden durch die Gegend geworfen, Bananen grunzend verspeist und ein vor Hermes knieender Fuchs zu noch mehr übertriebener Anbetung angestachelt.
Es war sehr deutlich spürbar, dass Hermes ein spielerischer Geist ist der sich bei einem zu ernsten Ritualablauf langweilt und unterwürfige Menschen lieber schadenfroh auslacht.

Zum Abschluss folgte eine Bannung. Um zu bewirken, dass das Bewusstsein von Hermes den Körper von Bär wieder verlässt, hat Fuchs auf einfache, effektive Methoden zurückgegriffen. Es hilft meistens schon, die Person mit ihrem echten Namen anzusprechen und den Geist oder Gott freundlich zu bitten, sein Gefäß wieder zu verlassen. Das kann wie in diesem Fall eine Weile dauern, aber es funktioniert in den meisten Fällen früher oder später.

Und was ist mit dem Stein passiert?

Nun, was Hermes im Detail hinein geladen hat, wurde uns leider nicht verraten. Durch Bärs Impressionen während der Invokation bekamen wir aber immerhin einige interessante Informationen.
Der leere Stein wurde während des Rituals praktischerweise in einen „Würfel mit unendlich vielen Seiten“ verwandelt. Egal wie er fällt, es zeigt immer das Passende an.
Der Würfel enthält nämlich abertausende von Eigenschaften, die wir für unsere Wohnungssuche (und weit darüber hinaus) benötigen könnten. Wird der Würfel nun von einem von uns gerollt, werden automatisch all die Energien freigesetzt die für die vorherrschende Situation hilfreich sind.

Klingt praktisch, ist es vermutlich auch. Das wird sich ja demnächst zeigen. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

– Bär und Fuchs

Invokation – theoretische Einführung

Wenn Magier dringend eine neue Wohnung suchen, greifen sie wie jeder andere Mensch zu den üblichen Methoden: Anzeigen nach interessanten Angeboten durchsuchen, viel Kaffee und Tee, etwas Schokolade, ein Fass Bier und Nerven aus Stahlseilen. Nur um dann nach ein paar Stunden verzweifelt festzustellen, dass es verdammt schwer ist in Wien ein passendes Zuhause für zwei verrückte Zauberer zu finden: Eine Vielzahl von Immobilieninserate später, kommt bisher nur eine einzige Wohnung wirklich für uns in Frage.

Ungünstige Situationen wie diese passen allerdings nicht in unseren Plan. Also haben wir gezaubert. Und wir haben zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Wir wollten ohnehin noch einen Erfahrungsbericht zu ritueller Besessenheit schreiben und haben daher den Wohnungszauber gleich mit einer Invokation verbunden.
Das Resultat? Eine starke Besessenheit, viel Gelächter und ein Würfel mit unendlich vielen Seiten. Aber alles der Reihe nach. Bevor wir mit dem Erfahrungsbericht beginnen, erklären wir am besten erst einmal wie eine Invokation überhaupt abläuft.

Wie wird man besessen?

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Rituale und Zeremonien, die eine rituelle Besessenheit hervorrufen sollen. Auf alle Details einzugehen würde den Rahmen dieses Artikels aber sprengen. Deswegen begnügen wir uns damit, die Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Rituale hervorzuheben. Es soll uns erst einmal nur um die Techniken an sich gehen.

In vielen Invokationsritualen gibt es ein aufwändiges rituelles Schauspiel mit Verkleidungen und langen poetischen Texten. Ein Theater mit vielen Hilfsmitteln und Werkzeugen. Das ist allerdings nicht das, was Invokationen wirklich ausmacht. Nicht in Äußerlichkeiten, tollen Requisiten, dem strikten Rezitieren von langen Texten oder dem Einhalten irgendeiner besonderen astrologischen Konstellation zeigt sich eine erfolgreiche Invokation, sondern einzig in der Fähigkeit sein eigenes Bewusstsein zu verändern und dadurch ein Kanal zu werden.
Klar, Zeremonien mit viel Tamtam, passender (Ver-)Kleidung und großen Worten können für diesen Bewusstseinswechsel sehr unterstützend wirken. Sie helfen den Fokus auf die Energien zu lenken, die in den Körper einfahren sollen. Der Ritualablauf schafft aber nur einen Rahmen, in dem der sog. Invoziant seine Rolle einnehmen und sich fallen lassen kann.

Es ist hierbei wichtig, genug „Vertrauen“ in die Gottheit oder den Geist zu haben. Nur wenn man darauf vertraut, dass während der Besessenheit nichts allzu Gefährliches passiert, kann man die Kontrolle an ein fremdes Bewusstsein abgeben. Je mehr man selbst loslässt, desto mehr kann sich die Gottheit manifestieren. Hierfür ist es gerade bei den ersten Invokationsversuchen wichtig, erfahrene Leute dabei zu haben die die Situation unter Kontrolle halten.

Trance – ein verstärkendes Hilfsmittel

Hat man nun den bewussten Entschluss gefasst vorübergehend als Gefäß zu dienen, bereitet man seinen Körper und Geist auf die Invokation vor (beispielsweise durch eine kurze Meditation, in der man sich nochmals auf sein Vorhaben fokussiert) und begibt sich anschließend in eine Trance, die den Bewusstseinswechsel unterstützt und intensiviert. Dafür bieten sich viele Methoden an. Musik, Meditation, Gebete, Tanz, Gesang oder das Rezitieren von klassischen oder individuell gestalteten Anrufungstexten sind nur einige von vielen Techniken, die sich im Laufe der Zeit in den verschiedenen Kulturen entwickelt haben.

Unserer Erfahrung nach gibt es bei der Auswahl der Trancetechnik vor allem 2 wesentliche Punkte zu beachten:
Erstens: Der Stil sollte zur Grundenergie der Wesenheit passen. Ein ruhiger, zurückgezogener Erdelementar wird sich von wildem Gekreische und ekstatischem Herumspringen vermutlich weniger angesprochen fühlen als z.B. Baphomet (http://de.wikipedia.org/wiki/Baphomet ).
Umgekehrt macht es wenig Sinn, bestimmte Voodoo-Loas durch strenge Askese und regungslose Zen-Meditation zu manifestieren.

Der zweite wichtige Aspekt der Trance ist, gerade zu Beginn, der höchstpersönliche Zugang eines Jeden zur Magie.
Wie nimmst Du wahr? Auf welche Art spürst Du Energien am Besten? Was sind absolute No-Gos für Dich selbst? Welche Ängste schwingen mit?
Es kommt nicht so sehr darauf an, alte Anleitungen peinlich genau zu befolgen. Vielmehr sollte man sich darauf konzentrieren, welcher Weg für einen selbst am besten funktioniert. Denn warum sollte man es sich ausgerechnet als Magier unnötig schwer machen? Kippst Du beim Trommeln oder Singen extrem schnell in Trance, dann nutze diese Gabe für Deine magische Arbeit! Bekommst Du partout keine spektakulären optischen Visionen, dann versuche nicht krampfhaft diese herbeizuführen. Ist Dir hemmungsloses Tanzen vor anderen Menschen eventuell peinlich, dann lass es für den Anfang einfach.
Je ungezwungener Du Dich auf dieses Abenteuer einlässt, desto effektiver wird es auf Dauer Dein Leben bereichern.

Loslassen und Impulsen folgen

Kommen wir zurück zum Ablauf einer Invokation. Unabhängig von Deiner getroffenen Wahl bei der Ritualgestaltung liegt der Zweck einer jeder Trance darin, den „kritischen Zensor“ des Alltagsbewusstseins herunterzufahren und Deine Kanäle zielgerichtet zu öffnen. Das ist der Moment in dem die fremde Energie in Deinen Körper eindringen kann, um dann durch ihn zu wirken.
Imitiert Dein Verhalten/Bewusstseinszustand in dieser Phase die gerufenen Energien ausreichend stark, kann der Übergang schließlich weitestgehend reibungsfrei stattfinden. Aus diesem Grund tragen z.B. Schamanen bei der Anrufung von Tiergeistern oft Felle, oder ahmen in speziellen Tänzen deren animalische Bewegungen nach.

Grundsätzlich ist es als Kanal hilfreich, jedem aufkommenden Impuls nachzugeben ohne ihn zu sehr zu hinterfragen oder gar zu unterdrücken. Verspürst Du plötzlich das Bedürfnis nach Nahrung, nimmst Du eine ungewohnte Emotion wahr, beginnst Du auf einmal heftig in die Hände zu klatschen oder wirre Geräusche von Dir zu geben, dann kann all dies, und noch viel mehr, ein erstes Zeichen für eine erfolgreiche Invokation sein. Lass den Dingen spätestens ab diesem Zeitpunkt einfach ihren Lauf.

Auf welche Art, bzw. wie schnell und heftig sich eine Invokation nun manifestiert, hängt von vielen internen und externen Faktoren ab. Nicht alle davon lassen sich beeinflussen.
Der beste Magier kann einen schlechten Tag haben, der blutigste Anfänger einen Glückstreffer landen. Mal erscheint eine Gottheit nach 10 Sekunden mit Pauken und Trompeten, mal spürt man selbst nach einer Stunde nur eine leichte Verschiebung der eigenen Emotionen.

Je besser Du in der Vorbereitung auf Deine eigenen Fähigkeiten Rücksicht genommen hast, desto besser kannst Du nun Veränderungen in Dir wahrnehmen oder zumindest Fehlerquellen im Ritual erkennen.

Bleibt zum Abschluss noch die „Bannung“ bzw. das Entfernen der gerufenen Energien. Ein besonders wichtiges Thema, dem wir uns daher in einem eigenen Artikel widmen werden. Es sei hier nur kurz erwähnt, dass die Bannung dazu dient, das Ritual abzuschließen und in den Alltag zurückzukehren.

Invokation erfordert einiges an Übung und Mut, aber es ist eine der faszinierendsten Erfahrungen die man unserer Meinung nach machen kann.

Den Erfahrungsbericht unserer Invokation zur Wohnungssuche gibt’s hier: https://xiqualblog.wordpress.com/2013/09/03/die-wurfel-sind-gefallen/